Vom Müll zum Mehrwert

Alles andere als schön anzusehen ist der Abfall, der die Böden Myanmars übersäht. Der wirtschaftliche Fortschritt offenbart auch hier seine Schattenseiten. Durch den Import von Waren aus dem Ausland profitiert die Bevölkerung zwar von einer grösseren Auswahl, doch mehr Güter bedeuten auch mehr Abfall. Ein funktionierendes Müllsystem fehlt bisher – auch an den Schulen. Die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi erarbeitet deshalb im Projekt «Grüne und saubere Schulen» gemeinsam mit Partnerorganisationen Lösungsansätze, um den Umweltproblemen zu begegnen.

kinder_sammeln_abfall_gruene-schulen_myanmar_stiftung-kinderdorf-pestalozzi
Die Schülerinnen und Schüler sammeln regelmässig auf dem Schulgelände Abfälle ein. Für grössere Einsätze im Dorf und der Umgebung werden zusätzlich die Eltern und andere Dorfbewohner mobilisiert.

Regelmässig machen sie sich auf den Weg – gerüstet mit Motivation und Müllsäcken und auf einer Mission: Eine Gruppe von Kindern zieht ihre Runden über den Schulhof. Sie befreien den Boden von Plastiktüten, Verpackungen und anderen Abfällen. Anschliessend sortieren sie die sorgfältig gesammelten Abfälle und packen sie in bunte Mülltonnen. Der Elan der Kinder ist gross, denn sie haben ein klares Ziel: Die Schule vom Abfall befreien, die Schule grün, sauber und schön machen.

Recycling ist mehr wert

An der Yadana Moe Schule in Tanda-U Township sind Umweltfragen schon länger ein Thema. Seit rund drei Jahren ist die Schule nun Teil des Projektes «Grüne und saubere Schulen» der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi, mit dem die Stiftung Umweltbildung an Myanmars Schulen fördert. Die Umsetzung des Projektes ist bereits in vollem Gange.

Vier Klubs, zusammengesetzt aus Schülerinnen und Schülern, realisieren eine Vielzahl von Massnahmen: Im grünen Klub pflanzen die Kinder Bäume, aber auch biologisches Gemüse, Früchte und Kräuter an. Die Schulküche braucht einen Teil der Ernte direkt für das Essen an der Schule, die Erträge werden aber auch verkauft.  Aus den kompostierbaren Abfällen stellt der Klub Düngemittel her, um die in dieser Region eher nährstoffarme Erde fruchtbarer zu machen. Im Energieklub ist die Wartung wichtig: Die Kinder melden kaputte Stecker, Kabel oder Glühbirnen beim Klubleiter. Anschliessend kümmern sie sich gemeinsam um deren Reparatur. Aber auch Strom sparen ist ein Thema. Denn die Schule bezieht vorwiegend Strom aus dem regulären Stromnetz der Stadt, das häufig mit Engpässen kämpft. Darum hat die Schule zusätzlich Solarpanels sowie Energiesparlampen installiert. Die Kinder im Wasserklub halten die Wasserleitungen in Stande. Vor allem in der Trockenzeit ist das eine wichtige Aufgabe. Die Schule spart auch Wasser mithilfe neuer Methoden: So haben etwa Duschköpfe die zuvor verwendeten Eimer in den Duschen ersetzt.

Erhalten Sie im Video einen Einblick in das Projekt «Grüne und saubere Schulen» an der Yadana Moe Schule in Myanmar.

kinder_sammeln_abfall_myanmar_yadana_moe_clean_and_green_stiftung_kinderdorf_pestalozzi

Den Abfallklub leitet die Lehrerin Daw Phyu Sin Tun: «Die Schülerinnen und Schüler machen regelmässig Runden, bei denen sie Müll auf dem Schulgelände einsammeln», erklärt sie. Auch das Leeren der Abfalleimer an der Schule gehört zu ihren Aufgaben. Den Müll trennen die Kinder dann in drei Typen: leere Flaschen, Plastik und organische Abfälle. Jede Mülltonne hat eine eigene Farbe. Gelb für PET, blau für Plastik und grün für die kompostierbaren Abfälle. Die Kinder lernen nicht nur die Schule sauber zu halten, sondern auch, wie sie den Müll in den Ressourcenkreislauf zurückführen können. Mit dem Recycling des Abfalls erwirtschaftet die Schule zudem ein kleines Einkommen. So verkauft der Klub zweimal jährlich die gesammelten PET-Flaschen, Dosen und Karton. «Das Geld setzen wir dann für die Schule ein», erklärt Daw Phyu Sin Tun. All diese Massnahmen bringen der Schule zusätzlichen Mehrwert: Frisches und gesundes Essen, eine schöne und grüne Umgebung sowie eine funktionierende Infrastruktur bereichern den Alltag.

Nachhaltigkeit durch Theorie und Praxis

Für das Gelingen des Projektes ist dessen langfristige Wirksamkeit entscheidend. Zung Ting begleitet als Programmverantwortlicher Umweltbildung die Projektschulen und weiss, dass die Kombination aus Theorie und Praxis entscheidend ist: «Die junge Generation benötigt Wissen, um die zukünftigen Probleme bestreiten zu können. Durch die Umweltbildung an den Schulen lernen Kinder im Klassenzimmer, aber auch in der praktischen Umsetzung.» Dadurch entwickeln sie schon in der Grundschule ein Bewusstsein für die Umwelt und setzen sich früh mit Problemen und Lösungsansätzen auseinander. Die Kinder eignen sich praktisches und theoretisches Wissen an, das sie in die Gemeinschaft tragen und langfristig verankern können. So kann das Projekt nachhaltig wirken, da in der Bevölkerung ein Umdenken stattfindet.

«Die junge Generation benötigt Wissen, um die zukünftigen Probleme bestreiten zu können.»

Zung Ting – Programmverantwortlicher Umweltbildung

Den theoretischen Zugang ermöglicht die Stiftung Kinderdorf Pestalozzi über eigens entwickelte Schulbücher. Diese dienen aber nicht nur den Schülerinnen und Schülern, wie die Programmverantwortliche Brigit Burkard erklärt: «Das Handbuch unterstützt Lehrerinnen und Lehrer dabei, Umweltthemen zu unterrichten. Es gibt fünf Bände, die sich Themen wie Wasser, Erde oder Luft widmen.» Zudem nutzt das Umweltschutzministerium die Schulbücher in von der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi durchgeführten Workshops zur Weiterbildung ihrer Mitarbeitenden.

Der Wirkungskreis wächst

Nachhaltigkeit soll auch dadurch erreicht werden, dass die Umweltbildung auf nationaler Ebene Eingang in den Lehrplan von Primarschulen findet. Mit diesem Ziel vor Augen hat die Stiftung vor rund einem Jahr Kriterien entwickelt, an denen sich angehende Öko-Schulen orientieren können. Das Bildungsministerium hat diese Kriterien im Juni auf nationaler Ebene angenommen. «Es ist ein riesiger Erfolg, weil man jetzt sagen kann: Etwas, das wir entwickelt haben, wird im ganzen Land angewandt», freut sich Brigit Burkard. Denn dank der Anerkennung durch das Ministerium kann nun jede der gut 47 000 Schulen im Land mithilfe der Kriterien eine eigene Öko-Schule aufbauen. Damit sind die Weichen gestellt, um den Wirkungskreis des Projekts zu vergrössern.

An den «Grünen und sauberen Schulen» lernen die Kinder einen bewussteren Umgang mit der Umwelt. In der Schule haben sie regelmässig Umweltbildung. Gelerntes setzen die Kinder dann im Alltag um: Sie sähen, giessen, recyceln und vieles mehr.

Helfen Sie mit, Projekte für Kinder in Südostasien zu realisieren. Mit Ihrer Spende unterstützen Sie die Gewährleistung qualitativ hochwertiger Bildung und dass das Wissen den Schülerinnen und Schülern optimal vermittelt wird. Herzlichen Dank!

Unterstützen Sie jetzt Projekte in Südostasien.

Vom Projekt «Grüne und saubere Schulen» profitieren aktuell 3216 Schülerinnen und Schüler und 48 Lehrpersonen.

Klicken Sie hier um den Spendenprozess fortzuführen.

Um den Prozess neu zu starten, müssen Sie die Seite neu laden.

Ihre Kontakt­person

brigit_burkard_-_programmverantwortliche_suedostasien_-_pestalozzi_childrens_foundation
«Gemeinsam können wir uns für ein bewussteres Zusammenleben mit der Umwelt einsetzen.»

Brigit Burkard
Programmverantwortliche Südostasien

Haben Sie Fragen oder Anregungen zu unserem Engagement in Südostasien?
b.burkard@pestalozzi.ch

News

Spenden

Placeholder disclamer

Ja, ich möchte für die dringendsten Projekte spenden.

Ja ich möchte für das Kinderdorf spenden.

Ja ich möchte für Ostafrika spenden.

Ja ich möchte für Südostasien spenden.

Ja ich möchte für Südosteuropa spenden.

Ja ich möchte für Zentralamerika spenden.

Ja ich möchte für Zentralamerika spenden.

Ja, ich möchte dem Freundeskreis beitreten.

Herzlichen Dank für Ihre Spende

Erzählen Sie Ihren Freunden vom Kinderdorf Pestalozzi.

Weitersagen