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Junge am Setzkasten
Rund ums Kinderdorf

Freundschaft, Amicizia, Ystävyys

Im Jahr 1950 ging im Kinderdorf Pestalozzi ein grosser Wunsch des Gründers Walter Robert Corti in Erfüllung: Die erste Ausgabe der Kinderdorf-Zeitschrift «Freundschaft» ging in den Druck. Das Magazin wurde von den Kindern selbst geschrieben, illustriert und gesetzt.

«Unser Pestalozzidorf ist eine kleine internationale Kindergemeinschaft. Es liegt teilweise hinter den Appenzeller Hügeln versteckt oberhalb eines alten Dorfes, das Trogen heisst», schreiben die französischen Jungen Georges und Gérard in einem Beitrag der Zeitschrift Freundschaft. Mit ihr ging 1950 ein grosser Wunsch von Walter Robert Corti, dem Gründer des Kinderdorf Pestalozzi, in Erfüllung. Die Kinderdorf-Zeitschrift wurde bis 1992 von den Kindern selbst geschrieben, illustriert und gesetzt und war eine friedensfördernde Publikation, die aus dem Leben in diesem heute noch speziellen Dorf im Appenzellerland erzählte. Insgesamt 125 Ausgaben gestaltete die Redaktion, der anfangs Kinder aus acht, später aus noch mehr Nationen angehörten.

Titelseite Magazin Freundschaft
Die Titelseite der ersten Ausgabe der «Freundschaft».

Spende aus New York

Der Wunsch nach Kinderdorf-Zeitschrift ging in Erfüllung, nachdem – wie Walter Robert Corti im Vorwort der Ausgabe Nr. 1 schrieb – die New Forest School in New York dem Kinderdorf eine Kiste mit Bleilettern spendete. Das Magazin war eine friedensfördernde Publikation, die das Leben im Kinderdorf anschaulich darstellte. Es berichtete aus den Häusern, über die Freizeit, über Ferien in der Heimat oder bei Gastfamilien in der Schweiz. «Freundschaft» war zunächst mit Linolschnitten, später mit Holzschnitten reich illustriert. Die Zeitschrift ist ein Ausdruck des kulturellen Zusammenhalts. Sie ist ein Symbol der Solidarität nach einer Zeit des Krieges. Texte und Zeichnungen beschreiben den Alltag der Kinder und ihre Gedanken und spiegeln wider, was die damalige Generation beschäftigte.

Druck
Das Magazin wurde im Kinderdorf geschrieben, illustriert und gesetzt.

Aufbewahrung

Die erste Ausgabe befindet sich physisch im Kinderdorf Pestalozzi (wie die gesamte Reihe bis 1992), aber auch in der Nationalbibliothek in Bern. Alle Ausgaben von «Freundschaft» werden im Archiv der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi in Trogen, Schweiz, nach internationalen Museumsstandards aufbewahrt. Ausserdem wurden alle Ausgaben digitalisiert und in einer Museumsdatenbank gespeichert.