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Jetzt sprechen Kinder

Wie erleben Kinder ihre Rechte und was möchten sie in diesem Zusammenhang ändern? An der Kinderkonferenz 2026 im Kinderdorf Pestalozzi sind rund 40 Kinder aus der ganzen Schweiz genau diesen Fragen nachgegangen. Während vier Tagen setzten sie sich mit ihren Rechten auseinander, diskutierten ihre Sichtweisen und entwickelten konkrete Forderungen an Gesellschaft und Politik.

Vom 25. bis 28. März 2026 trafen sich Kinder aus verschiedenen Regionen der Schweiz zur Kinderkonferenz in Trogen. Die Schüler*innen aus der 4. bis 6. Primarschulklasse setzten sich mit ihren Rechten auseinander, brachten dabei unterschiedliche Lebensrealitäten und Perspektiven ein und erarbeiteten Forderungen an Gesellschaft und Politik. Im Fokus standen Themen, die sie im Alltag beschäftigen: von Schule und Leistungsdruck bis hin zu mentaler Gesundheit, Umwelt und dem Zusammenleben.

Kinderkonferenz 2026 Kinderdorf Pestalozzi

Von Inseln und sicheren Häfen

Ein erster Zugang zum Thema bildete die Gestaltung einer eigenen «Kindersinsel». Dabei entwarfen die Kinder einen fiktiven Ort, der von äusseren Einflüssen geschützt ist und ihnen als sicherer Hafen dient. Ein Ort, an dem sie bestimmen, was gilt, was wichtig ist und was ihnen guttut. Entsprechend gestalteten sie diese Insel nach ihren eigenen Vorstellungen und Bedürfnissen – als Raum für Sicherheit, Zugehörigkeit und freie Entfaltung.

Ausgehend von dieser Übung leiteten die Kinder erste grundlegende Rechte ab, etwa das Recht auf Schutz, auf Nahrung und auf ein sicheres Umfeld. In der anschliessenden Kinderrechtswerkstatt vertieften sie diese Überlegungen und setzten sich differenziert mit weiteren Kinderrechten auseinander, darunter das Recht auf Gleichstellung, auf Bildung, auf Mitbestimmung und auf ein gewaltfreies Aufwachsen. Auf dieser Grundlage entwickelten sie konkrete Forderungen an Schule, Gesellschaft und Politik.

Kinderkonferenz 2026 Kinderdorf Pestalozzi

Weniger Belastung, mehr Halt

Mit non-formalen Methoden sensibilisierten die Leitenden die Kinder zunächst für ihre Rechte. In den anschliessenden Diskussionen formulierten die Kinder ihre zentralen Anliegen und übersetzten diese in konkrete Forderungen.

Die Kinder fordern mehr Mitbestimmung in ihrem Alltag. Sie wollen ernst genommen werden und ihre Meinungen in Schule, Freizeit und Politik einbringen. Entscheidungen sollen nicht über ihre Köpfe hinweg getroffen werden, sondern unter Einbezug ihrer Perspektiven. Auch im schulischen Alltag sehen sie Handlungsbedarf: Die Kinder wünschen sich weniger Leistungsdruck und mehr Unterstützung beim Lernen. Schule soll ein Ort sein, an dem Lernen Freude macht und genügend Zeit für Erholung bleibt. Konkret nennen sie etwa weniger Hausaufgaben, verständnisvollere Lehrpersonen und mehr Raum für Pausen.

Kinderkonferenz 2026 Kinderdorf Pestalozzi

Zudem sprechen die Kinder offen über ihre mentale Gesundheit. Sie erleben Stress, Überforderung oder Mobbing und fordern deshalb mehr niederschwellige Anlaufstellen, Vertrauenspersonen in der Schule sowie einen offeneren Umgang mit psychischem Wohlbefinden. Schliesslich betonen die Kinder auch die Bedeutung von Umwelt- und Zukunftsfragen. Sie erwarten, dass ihre Zukunft ernst genommen wird, und wünschen sich konkrete Massnahmen für den Umwelt- und Klimaschutz. Denn sie haben das Recht auf Zukunft und einer zukunftsfähigen Welt. 

Kinderkonferenz 2026 Kinderdorf Pestalozzi

Kinderrechte nach Bern tragen

Die Kinder haben mit ihren klaren Forderungen einmal mehr gezeigt, dass sie die wahren Expert*innen für ihre eigenen Lebenswelten sind. An der Abschlussveranstaltung im Kinderdorf Pestalozzi präsentierten sie ihre Anliegen vor rund 100 Erwachsenen und macht so ihre Rechte, Bedürfnisse und Wünsche sichtbar. 

Ein weiterer wichtiger Schritt folgt im Frühjahr: Gemeinsam mit der Kinderkonferenz Westschweiz bringen die Teilnehmenden ihre Forderungen ins Bundeshaus und diskutieren sie direkt mit Parlamentarier*innen. Damit erhalten ihre Anliegen aus der Kinderkonferenz eine politische Stimme auf nationaler Ebene.

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